Montag, 19. Januar 1925
„Lieber Vater, ich habe länger nichts mehr von mir hören lassen und du brennst sicher darauf zu erfahren, was ich hier erlebe und welche Geschäftsfelder ich aufgetan habe. Nun, die größeren Firmen habe ich mir etwas näher angesehen und hoffe bald auf die ersten Gespräche. Ich habe aber auch noch weiter drüber nachgedacht, was wir als nächstes tun sollten. Ich denke, den Tanks gehört das Schlachtfeld von morgen. Ebenso die Maschinengewehre. Der große Krieg hat dies deutlich gezeigt.
Jedoch bin ich schockiert über das Gebaren Mancher in den alten Kolonien! Ich möchte fast behauten hier herrschen teils gesetzlose Zustände! Der Polizei zum Beispiel ist nur bedingt zu trauen. Korruption und Unfähigkeit scheint einen Teil des Polizeiapparates erfasst zu haben. Ich werde dies im Auge behalten mir auch die Justiz ansehen. Vielleicht ist noch nicht alles verloren in diesen Landen.
Bitte richte Mutter und Beatrice Grüße von mir aus und sage Ihnen, dass ich oft an sie denke.
Sei herzlich gegrüßt, dein William.“
Brief von William an seinen Vater.
Schockiert von den Ereignissen des Tages sitzen die Investigatoren wieder im Hotel. Nachdem Victoria und Hans auf Stand gebracht wurden, was den Tag und vor allem im Polizeirevier passiert war, kommt überraschend Ltd. Pool zum Diner hinzu.
Sichtlich peinlich berührt rutscht er auf seinem Stuhl herum, während er sich inoffiziell bei der Gruppe entschuldigt. Der Anspruch der Polizei sei grundsätzlich ein anderer und das 14. Revier ist offensichtlich korrupt.
Artjoms Anspielungen gefallen ihm gar nicht und er warnt ihn davor, Dummheiten zu begehen, die ein noch härteres Vorgehen der Polizei rechtfertigen würden.
Er bittet die Gruppe noch einmal darum, Beweise zusammen zu tragen, die die Korruption belegen. Er bietet im Gegenzug das „Safe House“ an, eine Wohnung aus dem Zeugenschutzprogramm. Er bringt weiterhin die Dienste von Tommy O´Leary an, einem Botenjungen der der Polizei schon oft nützliche Hinweise brachte. Tommy könnte Orte ausspähen und unauffällig Botengänge erledigen.
Er gibt den Investigatoren sein Wort ein Empfehlungsschreiben zu erstellen so dass sie Hilton Adams im Sing Sing Gefängnis besuchen können.
Artjom versucht weiterhin die Adresse von Cpt. Robson herauszubekommen. Ltd. Pool möchte versuchen Robson zu einem Arbeitsessen einzuladen, so dass er an die Adresse von ihm kommen kann.
Später in der Nacht macht sich die Hälfte der Gruppe bereit, das Hotel in einer Nacht und Nebel Aktion zu verlassen. Artjom und Ruby wälzen sich zusammen in den Laken, während der Rest, der von der Polizei verprügelten, ihre Sachen packen, um sich halb vier von Taxis zum Save House bringen zu lassen.
Nach einer kurzen Fahrt durch die Nacht, kommen William, Cecile, Artjom, Jonathan und Ruby im Safe House an und werden dort von Tommy empfangen.
Dienstag, 20. Januar 1925
Victoria und Hans sitzen beim Frühstück, als ein Bote einen Zettel für die Gruppe abgibt. Der treue Hans, dem das Postgeheimnis ein großer Schatz ist, übergibt den Brief an Victoria. Es ist eine Einladung von Rebecca Shosenburg. Es wird ein Treffen im Lafajette Theater mit Millie Adams angesetzt: am 21. Januar um 19.30 Uhr.
Als die beiden später im Postamt vorbei schauen, freuen sie sich über einen Brief von Miss Atwright von der Harvard University. Sie empfiehlt der Gruppe folgende Bücher:
- Ritual Practice of subsaharan Cults (als Ratgeber über das Zeichen der Verbannung auf Elias´ Stirn)
- Nubian Rites and forgotten Kingdoms (als Ratgeber zum Kult der blutigen Zunge)

Hans und Victoria nahmen sich vor, das Ju-Ju-Haus näher zu betrachten. Neben einigem afrikanischem Schmuck in den Schaufenstern erwartete die Beiden ein „Geschlossen“ Schild an der Eingangstür. Noch bevor Enttäuschung aufkommen konnte nährten sich von hinten Schritte. Ein alter Afrikaner empfängt die Beiden. Er stellt sich als N´kwane heraus. Die Stimmung in seiner Nähe strahlt eisige Kälte aus. Er fragt die Beiden nach ihren Wünschen. Hans und Victoria geben vor, eine goldene Maske verkaufen zu wollen. Sie zeigen Silas N´kwane das Bild der Maske aus Peru, die immer noch in Artjoms Besitz ist. Da die Maske offensichtlich nicht afrikanischen Ursprungs sei, hat der Händler jedoch kein Interesse an dem Schmuckstück. Auf die afrikanischen Auslagen angesprochen sagt N´kwane dass alles nur Repliken seien. Victoria jedoch erkennt, dass es auf jeden Fall authentische Ausstellungsstücke sind.
Während die Beiden die Auslage weiter betrachten, fährt vor dem Haus ein LKW vor. Einige Schwarze laden Kisten mit dem Logo von Emerson Importe ab. Einer der Leute, ist einer von Elias´ Mördern. Da ist sich Hans sicher.
Währenddessen kommt Tommy im Safe House vorbei und bringt das Schreiben für den Besuch in Sing Sing. Als alle Investigatoren wieder zusammen sind und sich austauschen, werden die nächsten Schritte geplant. In der Bibliothek soll nach den Buchempfehlungen von Miss Atwright geschaut werden. Emerson soll nach den Schwarzen befragt werden, die die Kisten vor dem Ju-Ju Haus abluden. Außerdem soll die Nummer von Erica Carlyle herausgefunden werden. Wie sich herausstellt, ist sie eine Rüstungsfabrikantin.
Au der Post kommt ein Telegramm der Penhew Foundation für William an. Zu einem Treffen und einem Informationsaustausch sind die Verantwortlichen gern bereit. William müsse nur Bescheid geben, wann dieser ankommt.

Ein Telefonat von William bringt ihn zu Bradley Grey dem Sekretär von Miss Carlyle. Dieser arbeitet als Partner für sie Kanzlei Dunstan, Whittleby and Grey. Um die Interessen von Miss Carlyle zu schützen, werden Termine über diese Kanzlei abgewickelt und sich von der Ernsthaftigkeit des Vortragens überzeugt. So bekommt William am 21. Januar um 09.00 Uhr einen Termin in der Anwaltskanzlei.
Ruby und Artjom beschließen, Emerson noch einmal auf den Zahn zu fühlen. Dort angekommen sehen die Beiden wieder Antonio der Kisten mit Inhalten bepackt, die nicht mal mit Augen zudrücken als legal gelten können. Antonio hat leider nichts erhellendes zu erzählen. Die Schwarzen kommen alle paar Wochen und beladen einen LKW. Danach wechselt eine Stange Geld den Besitzer. Auch Emerson selbst weiß wenig mehr zu berichten. „Ist nicht gut für das Geschäft zu viel zu wissen!“ Die Leute die kommen, sind meist Schwarze, manchmal auch Weiße. Aber es läuft immer gleich ab. Kisten werden verladen, Geld wechselt den Besitzer, die Leute verschwinden so schnell wie sie gekommen waren.
Auf die Frage, ob er wisse, wo Cpt. Robson wohne, verneint er. Auch die Idee sich von diesem zu entledigen zaubert nur ein müdes Lächeln auf Emersons Gesicht. Ein anderer würde Robson folgen.
Er nennt der Gruppe noch den Namen eines Exporteurs aus Mombasa: Ahja Singh.
Die Recherchen in der örtlichen Bibliothek enden für Victoria und Hans ergebnislos, am fehlenden Bestand des Buchhauses.
Nochmal zurück im Ju-Ju Haus versuchen Hans und Victoria noch einmal Infos zu bekommen. Ein Geschenk für einen angeblichen Freund wird gesucht. Dieser betreibt angeblich eine Kunstausstellung und sucht weitere Ausstellungsstücke. N´kwane empfiehlt zwei Dolche. Ebensolchen Dolchen wurde Elias zum Opfer. Schwer schluckend kaufen die Beiden einen Ritualdolch für die stolze Summe von 90 Dollar. N´kwane lässt es sich nicht nehmen anzumerken, dass solche Dolche zu Neumond verwendet werden um rituelle den Göttern zu huldigen. Victoria fällt ein kleiner Schlüssel auf, der an N´kwanes Hals baumelt.
Dienstag, 20. Januar 1925 – Abend
Ruby und Artjom wollen es am Abend wissen. Obwohl der letzte Besuch des Ju-Ju Hauses für beide sehr schmerzhaft endete, versuchen sie diesmal durch den Hintereingang des Hauses zur Verkaufsfläche zu stoßen. Das Pfandhaus nebenan ist verlassen und verriegelt, bietet aber vielleicht die Möglichkeit ins Innere vorzustoßen. Ein erster Versuch das Türschloss zu knacken misslingt. Artjom bittet einen Obdachlosen richtig laut durch die Straßen zu ziehen um im Schatten des Lärms die Tür mit Gewalt aufzubrechen. Für fünf Dollar lässt dieser sich nicht lumpen. Flaschen werfend, die Passanten anpöbelnd ist er genau die Ablenkung die Artjom für die Tür benötigt. Ein harter Schlag und das verlassene Pfandhaus steht den Beiden offen.
Während die Dunkelheit über die Straße hereinbricht, sehen sie immer wieder mutmaßliche Afrikaner ins Ju-Ju Haus gehen. So viele, dass sie eigentlich nicht in den kleinen Verkaufsraum passen sollten. Einer scheint sogar eines der roten Stirnbänder aus der Tasche hängen zu haben, welche die Mörder von Elias trugen. Mindestens zwanzig Menschen müssen sich versammelt haben. Auch eine Art Spähposten scheint die Straße zu beobachten, wie die immer wieder aufglimmende Zigarette in der Dunkelheit der Gasse preisgibt. Auf einmal kommt eine bemerkenswerte Person zum Ju-Ju Haus, groß, gut gekleidet, mit kahl geschorenem Kopf. Er muss etwas besonderes sein. Der Spähposten geht sofort ehrfürchtig auf die Knie und küsst einen Ring an seiner Hand.
Kurz vor zehn kommen die ganzen Leute wieder aus dem Ju-Ju Haus, stecken scheinbar Stofffetzen in ihre Taschen und zerstreuen sich, während das Licht im Haus gelöscht wird.
Dienstag, 21. Januar 1925 – Nacht
Ruby und Artjom warten weitere Stunden um sicher zu gehen, dass alle das Haus verlassen haben und machen sich auf dem Weg zu ihrem Ziel. Der Dietrich öffnet die Tür zum Ju-Ju Haus leise und verschwiegen. Wo sollen nur die ganze Menschen hier in diesem winzigen Verkaufsraum Platz gefunden haben?
Hinter einem Vorhang liegt N´kwane im Bett und schläft. Die Gunst der Stunde nutzend, überwältigen Artjom und Ruby den Schlafenden und setzen ihn gefesselt und geknebelt in die Mitte des Raumes auf einen Stuhl.
Eine kurze Durchsuchung des Verkaufsraumes und der Kleidung von N´kwane bringen Beweise für Cpt. Robsons korrupte Machenschaften und einen kleinen Schlüssel ans Tageslicht. Wofür ist nur dieser Schlüssel?
Schnell wird eine kleine Falltür unter einem Vorleger gefunden. Als die beiden die Falltür öffnen lacht N´kwane nur wie verrückt vor sich hin. Eine kleine Treppe führt in die Dunkelheit. An den Wänden finden die Beiden seltsame Zeichen. Wie durch ein Wunder, kommen sie ihnen bekannt vor. In irgendeinem Buch stand etwas über diese Zeichen. Es sind Stammeszeichen der Kyuku und bedeuten „das Böse“!
Weiter unten stehen die Beiden in einem Raum, von dem eine schwere Eichentür abgeht. Sie ist massiv und mit Eisenbeschlägen verstärkt. Weitere nicht identifizierbare Zeichen zieren auch diese Tür. Der kleine Schlüssel passt ins Schloss.
Hinter der Tür offenbart sich ein weiterer Raum mit einem Vorhang, Fackeln an den Wänden, einer großen steineren Schale die abgedeckt wie ein Brunnen in dem Zimmer ruht.
Was ist das? Der Vorhang bewegt sich sanft. Schlurfende Schritte sind zu hören. Sie nähren sich langsam aber unaufhaltsam. Was sich dann in den Raum ergießt ist kaum mit Worten zu beschreiben, fast als weigere sich der Verstand die grotesk verzerrten Gestalten die dort herannahen richtig wahrzunehmen. Unfähig sich zu rühren oder zu agieren setzt bei Ruby und Artjom der Verstand aus. Was nun geschieht, liegt im Dunkel der Nacht verborgen.
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