23.01.1925, vormittags

Cecile und William haben um 9:00 Uhr erneute einen Termin im Carlyle-Anwesen. Jedoch fordert die halb durchwachte Nacht ihren Tribut und sie verschlafen. Gegen 10.00 Uhr kommen sie endlich dort an und werden von einem bereits sehr ungehaltenen Anwalt Bradley Grey empfangen. Bevor sie sich wieder dem Studium der seltsamen Bücher in der Bibliothek zuwenden, erhalten sie noch eine Einladung überreicht. Am 24. Januar, 20.00 Uhr beginnt ein Benefiz-Gala-Abend, zu dem die beiden eingeladen werden. Abendgarderobe Pflicht. Absagen ist unmöglich, aber es bringt sie natürlich in eine Zwickmühle, sind doch ausdrücklich alle Freunde von Jackson Elias zum Austausch mit den Geiseln ins Lagerhaus um 23.00 Uhr desselben Abends bestellt.

Die übrigen Investigatoren sitzen derweil müde im Save-House und versuchen sich an einer Strategieplanung. Lt. Poole sollte herbestellt werden. Dann könnte man ihm die Schmuckschatulle übergeben und vielleicht ergibt sich ja doch die Möglichkeit, ihn für morgen Abend bzgl. einer Rückendeckung durch die Polizei mit einzubeziehen. Eine andere Möglichkeit sieht Artjom in einem nochmaligen Besuch des Lagerhauses. Vielleicht können die Investigatoren dort heimlich ein paar Waffen platzieren, denn zum Austausch selbst werden sie sicherlich durchsucht werden. Thommy, der zu Lt. Poole geschickt wurde, vermeldet dessen voraussichtliche Ankunft um 12.00 Uhr. Eine gute Gelegenheit für die übernächtigte Gesellschaft, sich noch einmal zur Ruhe zu betten.

Aber die ersehnte Ruhe wird kurze Zeit später schlagartig durch einen markerschütternden Schrei beendet. Allen voran Hans und Jonathan stürmen die Investigatoren in das Zimmer von Artjom, aus welchem sie die Ursache vermuten. Was sie dort erwartet, ist kaum beschreibbar. Der mutige, starke, draufgängerische Artjom kauert wimmernd in einer Ecke des Zimmers. Sein Gesicht, halb durch seine Hände bedeckt, zeigt massive Angst und schreckgeweitete Augen. Das auffallendste sind jedoch seine schlohweißen Haare. Hans und Jonathan eilen zu ihm. Artjom faselt irgendetwas von einem uralten Wesen, von einer Ziege mit Tentakeln und von Toten. Dabei wandert sein Blick immer wieder in die Mitte des Raumes, wo Hans, dem Blick folgend, die goldene peruanische Maske liegen sieht. Stückweise können sie den Wortfetzen von Artjom entnehmen, dass diese die Maske aufgesetzt hatte und dahinter diese alptraumhaften Visionen gesehen hat. Und dabei ist dies nur ein Bruchteil dessen, was ihn heimgesucht hat. Von dem Fenster, an welchem eine afrikanische Landschaft vorbeirast, dem Rauch- und Brandgeruch, den gedämpfte Schreien, die nach tausenden gequälten Seelen klingen erzählt er nichts. Als sich Ruby ihm nähert, um ihn zu umarmen, im Trost zu spenden und mit ihrer körperlichen Nähe vielleicht auch ein bisschen die beruhigende Wärme der letzten Nacht zurückzubringen, reagiert Artjom völlig unerwartet. „Kelim, mein bester Freund“ ruft er freudestrahlend. Er wundert sich zwar, warum Kelim plötzlich hier ist, aber andererseits freut er sich über ein so vertrautes Gesicht. Alle Versuche Rubys, ihm zu verdeutlichen, dass Kelim nicht hier ist, scheitern. Also bugsieren Hans, Jonathan und Ruby – alias Kelim – Artjom mit beruhigenden Worten ins Bett, wo dieser auch bald erschöpft einschläft.

Nun sind die Fragen groß. Was hat es mit der goldenen Maske auf sich. Die Investigatoren wissen zwar, dass von dieser etwas Böses und Unheimliches ausstrahlt, aber mehr nicht. Nicht umsonst wurde sie vor vier Jahren nur eingewickelt in ein Tuch transportiert. Wie kommt sie überhaupt hier her? Warum hat Artjom sie behalten und vor allem mit nach New York genommen? Diese Fragen kann auch Ruby nicht beantworten, aber sie kann zumindest von den Visionen erzählen, die Artjom und auch sie selbst unter der Maske erlebt haben. Dabei spielte immer wieder ein Berg in Afrika eine Rolle, blutige Rituale, Menschenmassen, die sich gegenseitig töteten. Außerdem eine Erde, betrachtet aus der Höhe des Weltraumes, die scheinbar in dunkle Welten versank und von riesigen, schwarzen und schleimigen Tentakeln verschlungen wurde. Aber noch nie, schwört Ruby, waren die Visionen so heftig wie scheinbar heute. Wodurch wurde die Wirkung der goldenen Maske auf einmal so massiv verstärkt? War Artjom vielleicht zu müde? Gab es im Raum andere Artefakte, die die Wirkung verstärkt haben könnten? Schließlich hatte damals in Peru ein goldenes Reliefband Einfluss auf die Maske, wobei das Band die Wirkung der Maske eher gedämpft hat. Was war im Vorfeld geschehen? Oder war Artjom von der anderen Maske, der afrikanischen noch beeinflusst? Er hatte zwar nichts von einer Wirkung oder von Visionen erzählt, aber schließlich haben alle gesehen, dass er große Probleme hatte, die Maske wieder abzunehmen.

23.01.1925, Mittags

Artjom schläft noch, als Lt. Poole ins Save-House kommt. Unsere erste Frage gilt dem Stand der Ermittlungen gegen Cpt. Robson. Es hat geklappt. Robson hat gesungen wie ein Vogel und seine Verwicklung in Korruption und Manipulation, gestanden. So ist auch Hilton Adams entlastet und kann wohl bald entlassen werden. Auch der Name Mukunga M’Dari ist gefallen, aber ihm ist noch nichts nachzuweisen und daher ist Poole noch nicht von seiner Schuld überzeugt. Wir übergeben Poole die Schmuckschatulle, die wir bei M´Dari „sichergestellt“ haben. Poole zeigt sich nicht begeistert über unsere Einmischung und die illegale Beschaffung von Beweismitteln. Auch nutzt er nun die Chance, uns bzgl. der Entführung von Millie und Willa zu befragen. Er weiß also doch schon davon. Vermutlich hat Carlton Ramsey ihn angerufen, obwohl wir ihn doch gebeten hatten, die Polizei außen vor zu lassen. Also erzählen wir ihm jetzt doch mehr oder weniger die ganze Geschichte und dann auch von dem Treffen am 24.1. um 23.00 Uhr, wo wir hoffen die Geiseln befreien zu können. Es bedarf sehr viel Überzeugungsarbeit, Poole von einem massiven Polizeieinsatz abzuhalten. Schließlich können wir uns mit ihm einigen, dass wir wie geplant zu dem Treffen erscheinen und uns die Polizei in zivil rings um das Gelände Rückendeckung gibt und maximal im Notfall einschreitet. Er rät uns noch einmal dringend davon ab, jetzt am Tag im Vorfeld noch einmal in der Nähe des Lagerhauses aufzutauchen. Wir würden mit Sicherheit auffallen. Vermutlich hat er da recht. Zum Thema Brand im Ju-Ju-Haus kann Lt. Poole leider nichts neues berichten. Die Leichen, auch die aus dem Verkaufsraum, konnten noch nicht geborgen und damit identifiziert werden, da die Sicherung der Brandstelle noch läuft.

23.01.1925, Abends

Am Abend kehren William und Cecile zurück und Artjom erwacht aus seinem Schlaf. Ruby ist für ihn wieder Ruby. Auf die Frage nach Kelim, erwähnt er kurz einen besten Freund aus alten Tagen, einen Hafenmeister. Von seiner Vision zu berichten, fällt ihm weiterhin unsagbar schwer. Es schüttelt ihn gleich wieder, wenn er von den unaussprechlichen Dingen erzählt, die ihn heimgesucht haben, Tentakeln, Mäuler, Schleim.

William hat bei seiner Lektüre von einer Königin Nikrotis gelesen. In dem Buch wurde beschrieben, was für die Paraphenalien benötigt würde. Das Ganze war in einer Art Gedichtform verfasst und hieß grob übersetzt „Die Falle einer Königin“ (The trapping of a queen), also wie fängt man diese Königin durch eine Art Falle. Cecile hat ihre Studien in „Life as a God“ fortgesetzt. Darin war von unaussprechlichen Taten die Rede, die … und von einer Art Knickpyramide.

Was wollen wir jetzt tun? Gehen wir alle zur Halle, also sollen sich William und Cecile von der Benefiz-Veranstaltung rechtzeitig unter einem Vorwand verabschieden? Helfen uns die Artefakte als Druckmittel gegen M´Dari? Was ist unser Ziel? Die zwei Frauen zu befreien ist offensichtlich nicht von jedem der Investigatoren die Priorität. Artjom will vor allem die Mörder von Jackson Elias in die Finger bekommen. Und vor allem Ruby und Artjom fragen sich, könnten auch Untote in der Lagerhalle sein, ähnlich wie im Laden von N´Kwane? Ein Plan muss her.

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