17. Januar 1925

Ein trauriger Anlass lässt die Gedanken der Investigatoren in die Vergangenheit fliehen. An gute, bessere, friedlichere Zeiten. Heute steht die Beerdigung an. Die Beerdigung unseres guten Freundes Elias Jackson, der auf so bestialische Weise aus dem Leben scheiden musste. Dem Anlass entsprechend gekleidet wollen William und Jonathan sein, so machen sich die Beiden auf den Weg zu einem guten Anzugladen. Überrascht von der guten Qualität kaufen beiden edlen Zwirn.

Derweil läuft Artjom durch New York, scheinbar ziellos. Oder hat sein Herumstromern doch einen tieferen Sinn? Das Schicksal führt ihn jedenfalls direkt zu einer öffentlichen Bibliothek. Dort versucht er sogleich etwas über den Berg aus seinen Visionen herauszufinden. Gar nicht leicht, wenn man bedenkt, dass er nur vermuten kann, wo dieser Berg liegen könnte. So bleibt die Suche, trotz der aufopferungsvollen Hilfe der Bibliothekarin erfolglos.

Während Cecille Blumen kauft, zieht es Ruby zum Verlag von Elias. Dieser liegt in der Lexington Ave, nahe der 35. Straße. Dort trifft sie auf Elias Verleger, Jonah Kensington. Der kleine Mann mit ergrauenden Locken und Brille ist gern zu Auskünften bereit, erhofft doch auch er sich Erklärungen dafür, warum ihr gemeinsamer Freund sterben musste. So kommt heraus, dass Elias sicher war, dass die Berichte über die Carlyle Expedition nicht koscher sind. Vielmehr vermutet er die Beteiligung einiger Blutkulte in das Geschehen. So kam er zur Überzeugung, dass alle Mitglieder der Expedition nicht tot seien, sondern ihr Tot nur vorgetäuscht wurde. Elias schickte Kensington ein Telegram aus London. Er habe das Gefühl verrückt zu werden. Wenn seine Vermutungen zuträfen wäre es eine Verschwörung globalen Ausmaßes, auch wenn er noch nicht alle Details in Erfahrung bringen konnte. Angeblich bestieg er sogar einen Frachter nach Australien, die „Phalarope“. Aber das würde sein Zeitplan gar nicht hergeben, Hat er hier nur einen Reise vorgetäuscht um Verfolger los zu werden?

Vor der Beerdigung stellte Artjom seine offenkundige Unwissenheit über die Beschaffenheit edler Anzüge offen zur Schau, vielleicht nutzt und kennt man solche Stoffe in Russland nicht?
Am Grab stehen neben dem Pfarrer nur Kensington, ein Mann in schwarzem Anzug und eine jüngere Frau. Die Beiden stellen sich als Carlton Ramsey, der Anwalt von Elias, und seine Nichte Willa Sligh heraus. Die Gruppe erfährt, dass sie kurz vor Elias Tot als dessen Erben eingesetzt wurden.

Die Zeremonie beginnt. Der Pfarrer versteht es mit einfachen aber bewegenden Worten die Gruppe zu erreichen und Elias einen würdigen Abschied zu ermöglichen. Die Gruppe beginnt kurze Anekdoten aus Elias´ Leben zu erzählen:

Artjom:

Nachts kämpfte ich oft als Boxer auf, nun ja, vielleicht illegalen Kämpfen. Elias war immer da, er setzte oft Geld auf mich. Eine gute Investition, Harr Harr Harr. Er pflegte zu sagen: „ich setze niche auf dich, weil du gewinnst, sondern weil du immer wieder zurück kommst“. Einmal als ich hart zu Boden ging, den Kampf schon fast als verloren akzeptierte, hielt Elias zwei Finger nach oben. Er hat doppelt auf mich gesetzt. Nun ja, das hat gereicht um mich zurück zu holen und diesen Bastard ins Reich der Träume zu schicken. Harr Harr.

William:

Wir waren im Gentlemen Inn, ein Herrenclub. Wir pokerten und haben dem Alkohol gut zugesprochen. Bald konnte kaum noch einer die Karten richtig halten. Wir alle setzten Geld, wie immer viel zu viel. Dann bei einem Spiel, es ging um eine beträchtliche Summe, wir warteten auf die letzte Karte. Die Bardame öffnete das Fenster um den rauch aus dem Zimmer zu lassen. Ein Wind hob an und wirbelte alle Karten vom Tisch. Eilas hätte das nutzen können um die Runde zu annullieren. Niemand hatte seine letzte Karte gesehen. Aber er war ehrlich und berichtete von seiner Niederlage, auch wenn sie ihn viel Geld kostete. Ein wahrer Gentleman!

Cecile:

Wir trafen uns oft in London. Was hatten wir für tolle Abende. Lange ausschweifende Gespräche über meiner Reportagen, seine Bücher. Was lachten wir über die alle Mögliche. Ich weiß noch, wie wir für eine Reportage in eine verruchte Kneipe gingen. Er fühlte sich, obwohl er kein zart besaiteter Kerl war unwohl. Zu viele schlechte Erlebnisse in der Kneipe. Zum Schluss des Abends lagen wir lachend mit dem Wirt am Tresen. Es war einfach ein wunderbare Zeit.

Ruby:

Ich bin, wie ihr wisst, Pilotin. Bein einem Gespräch mit Elias erfuhr ich, dass er noch nie geflogen sei. Zu groß sei sein Respekt vor diesen Maschinen gewesen. Nun ja, was soll ich sagen. Wir flogen eine Runde über die Stadt. Seine kindliche Freude über den Wind in den Haaren, das Glitzern in seinen Augen, die Freude als wir wieder auf de, Boden waren. Das werde ich nie vergessen.

Jonathan:

Wir waren damals in dieser Bar in New York. Ich weiß noch, wie uns die beiden Bardamen erst abblitzen ließen. Nur um uns dann nach Ladenschluss auf der Straße anzusprechen. Wir sind zusammen in eines der hiesigen Teelokale gewandert. Was für eine Nacht, was für schöne Frauen. *Räusper* Und später, als wir zusammen in den Wäldern auf Jagd waren… Seine Stimme erstickt bricht ab.

Nach der Beerdigung versuchen Jonathan und William erfolglos in der hiesigen Bibliothek etwas über die Bücher African Dark Sects und Ponape Scripture zu erfahren.

Währenddessen sprechen Artjom und Cecile, unter dem Deckmantel einer Reportage für den Daily Mirror, mit Cptn. Robson vom 14. Polizei-Distrikt.
Walter Robson, ein kräftiger, älterer Mann mit grobschlächtigem Gesicht, dessen Nase nicht nur einen Bruch erlebt hat, macht den Beschreibungen von Ltd. Pool alle Ehre. Unfreundlich und reserviert nimmt er die Beiden in Empfang. Unerwarteterweise sitzt er als Polizist in edlem Maßanzug mit teurer Diamantkrawattennadel vor den Beiden. Die Morde wurden aufgrund guter Polizeiarbeit aufgeklärt, da gebe es nicht viel zu berichten. Der Täter wartet in Sing Sing auf seine Hinrichtung. Raub sei das Motiv gewesen. Artjom fragt, ob er den Täter, das „pure Böse“ fotografieren dürfe. Robson stimmt zu ein entsprechendes Schreiben aufzusetzen. Wie es zu bewerten sei, dass nach der Erfassung des Täters ein weiterer Mord nach dem gleichen Schema passieren konnte, ist offenbar keine gern gehörte Frage. Robsons Gesichtsaudruck verfinstert sich rapide. Trittbrettfahrer seien das. Und falls das mit dem Gefrage nicht aufhöre und Cecile anfange in der Bevölkerung Fragen zu stellen, gäbe es eine nette, frei Zelle. Auf den in Jacksons Zimmer festgesetzten Schwarzen Täter, der laut Ltd. Pool in dieser Polizeiwache sitzt, reagiert Robson gereizt. Ein solcher Täter sitze nirgendwo. Die Beiden Investigatoren werden aus der Wache nach Hause geschickt. Ohne Schreiben, den Täter in Sing Sing sprechen zu dürfen.

Als Artjom später zur Wache zurückkehrt ohne seinen Gefährten etwas zu sagen, erlebt er, was Cptn Robson und seine Männer von guter Polizeiarbeit halten. Als Artjoms kleine List herauszufinden, wo Robson wohnt auffliegt, wird er durchsucht. Schlecht, dass er seinen Revolver dabei hat und keinen Waffenschein. In der Zelle, die für eine Nacht Artjoms zu Hause wird, „überzeugen“ ihn einige große, starke Wärter, dass es besser ist sich nicht einzumischen. Sie haben SCHLAGENDE Argumente.

Von diesen Vorkommnissen kriegen die andern Ermittler nichts mit, während sie auswärts speisen und ihr weiteres Vorgehen besprechen. Auch Jonathans Gefühl beobachtet zu werden, kann die Pläne nicht stoppen.

Sonntag, 18. Januar 1925

Artjom kommt mit argen Blessuren ins Hotel zurück. Wo er die Nacht verbrachte und woher die Verletzungen kommen bleiben sein Geheimnis.

Bei Shosenburg erfahren die Investigatoren weitere Infos zu Hilton Adams, den im Todestrakt von Sing Sing sitzenden Verurteilten, mutmaßlichen Täter. Sie könne Kontakt zu seiner Frau Milly Adams herstellen. Die von ihm gegründete Bürgerwehr sollte Mundtot gemacht werden. Vielleicht können Sie die Frau in einer Flüsterkneipe treffen.

Als die Gruppe später zu Carlton Ramsey kommt um der Testamentseröffnung beizuwohnen kommt verblüffendes zu Tage. Das Testament, welches einen Tag vor Elias´Tot aufgesetzt wurde bedenkt die ganze Gruppe als Erben. Er hinterlässt der Gruppe ein beträchtliches Vermögen, so viel, dass selbst William und Jonathan beeindruckt die Augen weiten. 50.000 Dollar sollen nun dazu dienen Jacksons letzte Ermittlungen fortzuführen und zu finanzieren. Ramsey soll dabei als Kontaktmann dienen und die Ausgaben und Informationen koordinieren. Im Notfall kennt er sogar noch Andere, die vielleicht helfen würden, den Fall zu lösen.

Den Tag lassen die Gefährten im Lichtspielhaus bei einer Vorstellung von Charlie Chaplins neuem Film ausklingen.

Montag, 19. Januar 1925

Das Leben erwacht wieder auf den Straßen New Yorks. Soweit man davon reden kann, dass das Leben jemals ruht in dieser Stadt. Das wieder ein Werktag ist, merkt man an den sprunghaft anwachsenden Massen an Menschen, die wieder über die Straßen laufen, endlose Autokolonnen die sich durch die Straßen schlängeln und emsiges Geschäftstreiben erwacht zum Leben. So auch in Emersons Import/ Exportgeschäft, in dem Ruby und Artjom eintreffen.

In einem kleinen Büro unter dem Dach der Lagerhalle erwartet Arthur Emerson die Beiden, groß, muskulös, gepflegtes Äußeres.
Auf Silas N’kwane angesprochen erzählt Arthur Emerson, für ihn betreibe er Import von Gütern aus Mombasa. Ein unheimlicher Typ, Arthur Emerson sagt, er fühle sich jedes Mal unwohl in dessen Nähe. Für ihn importiert er Masken, Schilde, Kulturgegenstände. Aber vor ihm müsse man sich in Acht nehmen, er sei Teil irgendeiner Organisation. Auch Elias erkundigte sich nach Silas N’kwane, wie die ganzen Güter importiert werden. Aber man Emerson halte sich da aus allem raus. Er sei nur ein Unternehmer, den dies nach Import nichts mehr anginge. Er liefert die Sachen ins Ju-Ju Haus, Ransomcourt West, 137. Straße. Hier folgt noch einmal die Warnung, sich vor Silas N’kwane in Acht zu nehmen. Auf Ctpn. Robson angesprochen wird Emerson wortkarg. Er stelle keine Fragen, Robson sei reich und mächtig, das Gesetz stehe auf seiner Seite.

Währenddessen suchen William und Cecile Dr. Mordecain Lemming auf. Dieser residiert im Murray Hotel in einem Appartement. Er empfängt die Beiden wohlwollend, sieht gebildet aus, ist klein, älter und wirkt sehr blass. Auf die Fragen der Beiden kann oder will er nur knapp antworten, die richtigen Fragen fehlen dem Mann. Über die Angreifer auf Jackson weiß er aber, dass es ein Todeskult der blutigen Zunge ist, ein Kult aus Afrika, wo in Kenia ein Berg das Zentrum des Kultes markiert. Das Zeichen auf Elias´ Stirn identifiziert er als das des Kultes „dunkle Sonne“. Scheinbar stellen William und Cecile nicht die richtigen Fragen, oder Mordecain ist nicht so redselig wie angepriesen. Auf den in Sing Sing auf seinen Tot wartenden verurteilten Täter der Morde angesprochen wird er sichtlich nervös, spricht aber von schneller, sauberer Polizeiarbeit.
Als letzten Hinweis empfiehlt er das Ju-Ju Haus und einen gewissen Silas N’kwane. Er könne vielleicht mehr über die Kulte sagen und auch gute Kunstgegenstände bei ihm erwerben.

Montag, 19. Januar 1925, Später Nachmittag

Alle Spuren führen zum Ju-Ju Haus könnte hier in New York ein geflügeltes Wort sein. So treffen Ruby, Artjom, William und Cecile gleichzeitig vor der beschriebenen Adresse auf. Der Eingang des Ladens liegt in einer Gasse, etwas im Dunkel verborgen. Die Investigatiren beschließen die Lage erst einmal zu sondieren und die Gasse unauffällig zu observiren als drei Poilzeiwagen in die Straße biegen. Sind die etwa wegen den Gefährten hier? Diese beschließen unauffällig weiter zu laufen. Der erste Wagen fährt an den Vieren vorbei. Glück gehabt, oder hat sich tatsächlich schon Paranoia in die Köpfe der Gruppe gesetzt?
Mit quietschenden Reifen halten die anderen Beiden Polizeiwagen direkt vor der Gruppe, der Wagen, der schon passiert war schneidet den Fluchtweg ab. Unter Protesten werden die Vier in Gewahrsam genommen, sehr rabiat, selbst für New Yorker Verhältnisse.

Schneller als die Vier nach einem Anwalt rufen können, stecken sie gefesselt in einem Verhörraum. Artjom ist für seine Verhältnisse auffällig ruhig, was man von William nicht unbedingt sagen kann. Sein britisch geprägtes Weltverständnis über die alten Kolonien herausposaunend wütet er einige Stunden bis ihn die Kraft verlässt. Die Botschaft von Cptn. Robson lässt daraufhin nicht lange auf sich warten. Seine Erwartung, dass die Gruppe die Stadt so schnell wie möglich verlässt und alle Untersuchungen einstellt, untermalt er mit brutaler Gewalt als William es wagt, dem zu widersprechen. Nur noch drei der Gefährten kommen bei vollem Bewusstsein wieder aus der Zelle. Mühsam schleppen sie schockiert William ins Hotel zurück während die Nacht unheilvoll über die Stadt hereinbricht.

No responses yet

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert